Graffiti.With.Attitude

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Leitidee

“Graffiti.With.Attitude" ist ein stadtweites Streetart-Projekt, das die Identität, die Geschichte und die Vielfalt Bottrops sichtbar machen soll. Mittlerweile wurde ein gleichnamiger Verein gegründet, der als gemeinnützig anerkannt und in das Vereinsregister eingetragen wird.

Durch großformatige Wandgemälde (sog. Murals), legale Graffiti-Flächen und partizipative Kunstaktionen soll ein stadtweites Gesamtkunstwerk entstehen, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Ziel ist es, Identifikation, Zusammenhalt und kreative Energie in allen Stadtteilen zu fördern und Bottrop als offene, moderne und kulturell aktive Stadt im Zentrum des Ruhrgebiets zu positionieren.
Die Motive ließen sich in die „Street-Art-Route Ruhrgebiet“ der Ruhr Tourismus GmbH (Link) integrieren und könnten so als städtetouristische Attraktionen auch überregional Aufmerksamkeit erzeugen.

Keine selbstverliebten Abbildungen, sondern künstlerischer Anspruch mit Tiefe: Unser Fokus liegt eher auf Tourismus und einer starken Außenwirkung. Bottrop muss sich wirkungsvoller präsentieren und ein Image als innovative, aktive sowie künstlerische Stadt aufbauen. Dies erreichen wir durch die Projekte von „Graffiti with Attitude“, mit denen wir gleichzeitig „ART.itektur“ und weitere Kunstvorhaben flankieren. Kunst muss mutig sein und auch Bottrop sollte mutig sein.Dennis Heger, 2. Vorsitzender Graffiti.With.Attitude

Künstlerische Ausrichtung

Das Projekt kombiniert klassische Graffiti-Elemente (Typografie, Style Writing, Tags, …) mit zeitgenössischen Mural-Techniken (großformatige Motive, fotorealistische Porträts, abstrahierte Formen, Collagen, …). So entsteht ein eigener, wiedererkennbarer Stil, der lokale Wurzeln mit internationaler Streetart-Ästhetik verbindet.

Thematische Schwerpunkte

  1. Geschichte der Stadt Bottrop:
    Die Kunstwerke sollen die Transformation und den Wandel von Bergbaustadt zur modernen Kultur- und Umweltstadt darstellen. Sie können bergbauliche Wurzeln ebenso wie historische Symbole und wichtige Ereignisse in Bottrop zum Inhalt haben. Ferner können Porträts prägender Persönlichkeiten (z. B. lokale Künstler, Arbeiterfiguren, Unternehmer oder Sportler) als kollektive Symbole dienen.
  2. Flora & Fauna:
    Außerdem sollen Naturmotive (z.B. Kirchheller Heide, Heidesee, Grünzüge) bei den Motiven berücksichtigt werden, um auch die ökologische Vielfalt zu repräsentieren.
  3. Identität & Heimat:
    Weitere Motive, die für Bottrop, für Gemeinschaft, Ehrlichkeit, Bodenständigkeit stehen, ergänzen das Portfolio. Das können typische Alltagsszenen, Zitate im „Ruhrpott-Dialekt“ oder abstrakte Karten- oder Linienmotive sein, welche die Stadtteile verbinden.
  4. Zeitgenössische Graffiti-Trends:
    Außerdem sollen Elemente digitaler Streetart (z.B. Augmented-Reality-Funktionen oder QR-Codes, die auf Hintergrundstorys verlinken) integriert werden. Dabei sollen stilistische Einflüsse aus Urban Pop Art, 3D-Graffiti und geometrische Muster integriert werden.
  5. Ikonen aus Film, Musik und Kunst:
    Nicht zuletzt können Hommagen an Kultfiguren, die in Bottrop oder im Ruhrgebiet verankert sind (z.B. August Everding, Josef Albers, Dieter Renz, Jürgen von Manger, lokale Musiker*innen, aber auch internationale Ikonen), in die Kunstwerke integriert werden. Die Einbindung von Jugend- und Popkultur soll als verbindendes Element zwischen Generationen dienen.

Beteiligung & Nachhaltigkeit

Die Projekte sollen durch Workshops an Schulen und Jugendzentren zur Vermittlung von Streetart-Techniken flankiert werden. In ersten Gesprächen mit Vertreter:innen des Jugendamtes, von “Jugend in die Mitte” und weiteren Organisationen wurde vereinbart, in zukünftigen Projekten die Zusammenarbeit mit und Partizipation von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen. Es existieren bereits Ideen für solche Projekte.

“Bei zukünftigen Projekten setzen wir konsequent auf die Einbeziehung und Mitgestaltung durch Kinder und Jugendliche. Denn Partizipation ist ein Schlüssel für Identifikation mit der eigenen Stadt und stärkt die Selbstwirksamkeit junger Menschen. Und nicht zuletzt eröffnet der Einblick in die Entstehung von Streetart-Kunstwerken sowie die Mitarbeit daran Raum, die eigene Kreativität und Identität zu entfalten.”Martin Smaxwil, Graffiti.With.Attitude

Die künstlerische Leitung erfolgt durch ein Team von Kurator:innen mit lokalen und internationalen Künstler:innen und Vertreter:innen der Stadtgesellschaft. Die langfristige Pflege soll durch Patenschaften erfolgen, um z. B. Vandalismus zu vermeiden und notwendige Reparaturen sicherzustellen.

Momentan wird ein Netzwerk von lokalen und überregionalen Künstler:innen etabliert, bei deren Auswahl neben der künstlerischen auch auf die Kompetenzen zur Zusammenarbeit mit Jugendlichen und Erfahrungen mit partizipativen Workshops geachtet wird.

Eine Dokumentation und Ausstellungen (analog und digital: https://gwa-bottrop.de, im Aufbau) sollen helfen, das Projekt sichtbarer und über die Grenzen der Stadt bekannt zu machen.

Ziel & Wirkung

Graffiti.With.Attitude soll die Identifikation mit der Stadt stärken, die kulturelle Teilhabe fördern, touristische Anziehungspunkte schaffen und Bottrop als Hotspot für urbane Kunst in NRW/Deutschland etablieren.

Pilotprojekt

Als Pilotprojekt wurde die westliche Seitenwand des Zentralen Omnibus-Bahnhofs (ZOB) ausgewählt. Die Wand flankiert den Durchgang vom Altmarkt zum Berliner Platz und ist durch Fußgänger*innen recht hoch frequentiert. In direkter Nähe befinden sich eine Filiale eines Geldinstituts und die gastronomischen Außenflächen der Kneipe König City und des Eiscafés Venecia. Momentan weist die Mauerwand einige „Schmierereien“ auf:

Abbildung 1: IST-Zustand der Seitenwand des ZOBs (Fotomontage)

Mehrere Künstler:innen und Künstler:innengruppen haben dazu Entwürfe entwickelt:

Der Künstler Sponk hat einen Entwurf mit Bergbau-Bezug und verschiedenen Szenen entwickelt, der von Graffiti.With.Attitude ausgewählt wurde:

Abbildung 2: Entwurf von Sponk – “Transformation vom Bergbau zur Kreativstadt” [Arbeitstitel].

Hierbei werden Szenen aus dem Bergbau in das bestehende Mauerwerk integriert und Bezüge zur heimischen Tierwelt aufgegriffen. Der endgültige Entwurf wird dem Bau- und Verkehrsausschuss am 05.02.2026 und dem Kulturausschuss am 13.02.2026 vorgelegt.

Auch die Künstler:innen von GraffWorks, die bereits verschiedene Projekte in Bottrop (Strom- und Verteilerkästen in der Innenstadt, Außenwand des Jahnstadions u. v. m.) realisiert haben, haben erste Entwürfe für das Pilotprojekt entwickelt, ebenso wie David Landgraf, der die großformatigen ART.itektur-Gemälde an der Kirchhellener und der Göadbecker Straße realisiert hat:

Abbildung 3: Entwurf von GraffWorks – “Bottroper Wahrzeichen”.

Abbildung 4: Entwurf von GraffWorks – “Blick in den Park”.

Abbildung 5: Entwurf von David Landgraf

Die Auswahl für den auf den ersten Blick ggf. gewagten Entwurf vom Künstler Sponk begründet sich in der Integration in das bestehende Mauerwerk, außerdem haben die Detailtiefe und die dreidimensionale Wirkung der verschiedenen Ebenen (“hinter” und “vor” der Mauer) überzeugt. Der Ort wird von recht vielen Fußgänger*innen frequentiert und kann so als Aushängeschild dienen. Die Bergbau- und Tierwelt-Bezüge sind deutlich erkennbar und bieten auch für Expert*innen noch interessante Details (z.B. die “Kaue” und der Kanarienvogel). Im linken Bereich soll noch ein weiteres Motiv mit deutlichem Bezug zu Bottrop und seiner Transformation entstehen.

Dem gegenüber wirkten die Entwürfe von GraffWorks zwar evtl. repräsentativer und “eingängiger”, sind aber auch eher unspektakulär und weisen weniger räumliche und inhaltliche Tiefe auf. Der Entwurf von David Landgraf ist sehr farbenkräftig und damit auffällig, hat aber keinen direkten Bezug zu Bottrop, und der Künstler hatte auch schon die Gelegenheit, sich in Bottrop entsprechend zu präsentieren (“ART.itektur”-Projekte).

Sponk ist Wahl-Bottroper mit Abschluss in “Industrial Design” und nationaler und internationaler Erfahrung (u.a. Ausstellungen in Europa, China und den USA).

Das Pilotprojekt soll als Ausgangspunkt für weitere Projekte dienen, in deren Konzeption auch die Erfahrungen aus dem Piloten einfließen sollen.

Finanzierung

Während aus Machbarkeitsgründen und im Sinne einer möglichst kurzfristigen Umsetzung das Pilotprojekt vollständig privat bzw. durch Spendengelder finanziert werden soll, könnten folgende Projekte zum Teil über verschiedene Förderprogramme finanziert werden, z. B. den „Stärkungsfonds Innenstadt“ der Stadt Bottrop.

Daneben wirbt der Verein über Mitgliedsbeiträge und Spenden die entsprechenden Mittel ein.

Ansprechpartner

Bei Fragen stehen Vereinsvertreter:innen unter hallo@gwa-bottrop.de zur Verfügung.

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